PosseSoft Opening

Eine der schönsten Formen gepflegter Langeweile ist es, mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Rasen zu liegen und die Wolken beim Vorbeiziehen zu observieren. Ähnlich schön-langweilig kann eigentlich nur Musik sein. Natürlich fallen einem dabei sofort Real Estate ein, die auf ihren bisherigen drei Alben ihre gelassene Unaufgeregtheit mit simplen, aber feinen Gitarrenpop-Songs feierten. Ähnlich gelagert agieren nun Posse, wobei „nun“ auch gut gesagt ist, erschien das aktuelle Album „Soft Opening“ in den USA schon vor zwei Monaten. Die junge Band singt in ihren herrlich quirligen Dudelsongs gegen die Unwägbarkeiten des sozialen Lebens an und braucht dafür mal nur gute zwei Minuten („Interesting Thing No. 2“), mal dehnt sie diese grundsympathischen Fingerübungen auf über sechs Minuten aus, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen (im negativen Sinne), was vor allem für den überragenden Abschluss „Zone“ gilt. Wer seine Verspannungen los werden möchte, braucht keine teuren Thai-Massagen mehr, sondern lediglich eine gute halbe Stunde Zeit, um sich von Posse mal so richtig schön einlullen zu lassen. Musik für Cumulus-Freunde.

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