TweensTweens
Zeit zum Ausruhen nehmen sich Tweens wenig. Nur kurz vor Schluss ihres Debüts singt Bridget Battle einmal über wenig mehr als das Schaben ihrer Gitarrensaiten, doch selbst das derart intime „Want U“ ist in einem übersteuerten Waberklang gehalten, der jederzeit in den nächsten knackigen Powerpop-Hüpfer auszubrechen droht. Eruptionen beherrscht der tighte Dreier aus Cincinnati besonders gut: Genüsslich erwartungsvoll schickt der Anti-Knuddel-Thrasher „Be Mean“ die ersten Akkorde vor, woraufhin die Band und alle ihr Zuhörenden zum Refrain richtig ausrasten können, mit Anlauf rollt Drummer Jerri Queen schwungvoll in die überdreht zuckenden Stakkatostrophen von „McMicken“ hinein. Das tatsächliche Unter-zwanzig-Alter, in dem sie Texte wie den übers „Hardcore Boy“-Anschwärmen schrieb, mag Battle unlängst hinter sich gelassen haben, doch „Tweens“ versprüht auch dank angemessen wenig raffinierter Produktion eine Unbändigkeit mit hohem Dampfausstoß, wenig Anstand und ebenso unverschämt aufs Ohr zielender Eingängigkeit.


