Kurze Hosen an den Beinen, Flip-Flops an den Füßen, Sonnenbrille auf der Nase und Eis in der Hand: Der Sommer 2014 kann kommen. Dank „The Drop Beneath“, dem dritten Album des Noisepop-Trios Eternal Summers, stimmt nicht nur das Drumherum, sondern auch die musikalische Untermalung für die wärmeren Tage.

Die Band um Sängerin Nicole Yun trägt die Sonne im Herzen, ihre Musik klingt nach Strand, salziger Meeresbrise und romantischem Lagerfeuer. Dennoch tragen die elf neuen Songs auch eine gewisse Melancholie in sich, längst ist nicht alles so blumig und entspannt, wie es zunächst den Anschein macht. So lärmt sich „Never Enough“ etwa mit einer ordentlichen Ladung 90er-Jahre-Punk durchs Getümmel, offenbart der Welt aber recht schnell sein von Liebeskummer geplagtes Herz.

Wem das Savages-Album „Silence Yourself“ im letzten Jahr eine Spur zu aggressiv war, dürfte hier glücklicher werden. Zwar kann sich auch Yun als ordentliche Kratzbürste entpuppen, wie es mitunter das treibende „Make It New“ oder auch die Single „A Burial“ zu beweisen wissen – eine Verschnaufpause gibt es hier und da aber auch: Wenn sich das wunderbar entspannte „Capture“ als kleine, aber feine Dreampop-Komposition entpuppt, gehört das mit zu den stärksten Momenten auf „The Drop Beneath“. Es sollen noch weitere folgen.

Der Eröffnungssong „100“ stellt dabei die Szenerie des Albums vor: Zu jangligen Gitarren gesellt sich ein stellenweise rauer Unterton, statt einer Autofahrt zum Strand geht es auf eine längere Reise mit unbekanntem Ziel, auf der man im schlimmsten Fall nichts, im besten Fall sich selbst findet. Dass Eternal Summers dabei auch noch wie die seit diesem Jahr aufgelösten Vivian Girls klingen, ist nicht die schlechteste Referenz.

Besonders auf der zweiten Hälfte weiß die Band ihre Stärken bestens einzusetzen. Im düsteren „Not For This One“ gibt Yun das Mikrofon an Bassist Jonathan Woods ab, der weniger singt und mehr erzählt, während „Until The Day I Have Won“ mit seinem wehmütigen 60er-Charme zunächst deplatziert wirkt. Nach und nach fügt es sich jedoch wie ein fehlendes Puzzleteil in das Gesamtbild ein und wird kurz vor Schluss doch noch zu einem späten Highlight. Der siebenminütige Titeltrack ist das shoegazige Schlusslicht eines Albums, mit dem so wohl niemand rechnete – und das den Sommer so sehr herbeisehnen lässt, wie man es selbst nie für möglich gehalten hätte.

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