The CoathangersSuck My Shirt
Mit ihrem vierten Album sind The Coathangers aus Atlanta vom Quartett zum Trio geschrumpft und bewegen sich noch weiter als auf „Larceny & Old Lace“ in weniger poppige Garagepunk-Sümpfe – beides jedoch, ohne an Eindringlichkeit zu verlieren. Die sticht nicht immer so offensiv wie „Springfield Cannonball“s jaulende Refrain-Gitarrensaite heraus, Songs wie „Zombie“ sind unheilvoll verhangen und kommen mit gleichermaßen bedrohlichem Singsang im Vorder- und Krächzschrei im Hintergrund angeschlichen. Druck machen und ihn einsetzen können The Coathangers fraglos weiterhin, wie wenn das anfangs einlullende „Love Em And Leave Em“ von dreckigem Doo-Wop aus plötzlich lossprintet, doch brauchen sie nicht ständig mit der Kettensäge rumzufuchteln. Viel erschreckender ist es schließlich, dass sie die längst eingetrocknete Blutkruste in ihren Klamotten ganz nonchalant umhertragen.


