Manchester OrchestraCope
Auf „Cope“ zeigen sich Manchester Orchestra so griffig und kompakt wie seit Jahren nicht mehr. Während der Vorgänger stellenweise sogar etwas überladen daherkam und nicht wusste, wohin mit den ganzen Ideen, konzentriert sich die Band nun wieder auf ihren Kern und kommt dabei extrem geradlinig daher. Von schnörkellosen Melodien und recht einfach gehaltenen Strukturen durchzogen, reiht sich ein kleiner Hit an den nächsten. Konstruiert wirkt das zu keiner Zeit, dafür ist erstens Frontmann Andy Hull mit zu viel Hingabe dabei und zweitens hält sich „Cope“ jederzeit offen, eben doch eine andere Richtung einzuschlagen, wie beispielsweise am Ende von „Trees“, oder die Harmonie geschickt durch etwas mehr Giftigkeit zum Wanken zu bringen („The Ocean“). Nur einmal gleitet es ins Kitschige ab: „All That I Really Wanted“ ist ein Herzschmerz-Song, der selbst für ein Album voller Hymnen zuviel des Guten ist. Das ändert nichts daran, dass sich die Band erfolgreich von einigem Ballast gelöst und dabei mit Leichtigkeit einen runden, so vielleicht gar nicht mehr erwarteten Versuch hingelegt hat, der zwar nicht vor Vielseitigkeit und Überraschungen strotzt, dafür aber klar das Momentum auf seiner Seite hat.


