Bleeding RainbowInterrupt

Und ewig grüßt – nein, nicht das Murmeltier, sondern der Indie-Rock! Und dies immer noch mit einer Vehemenz und offensichtlichen Dringlichkeit, dass der Gedanke an ewige Wiederkehr gar nicht erst in den Sinn kommt. Bleeding Rainbow machen da keine Ausnahme, die Kombo aus Philadelphia schrammelt sich mit Verzerrer auf Anschlag durch zehn hochernergetische, rockende (Pop-)Songs, die gespickt sind mit Seelenpein und adoleszenter Wut. Sarah Everton und Rob Garcia teilen sich den Gesang oder singen einfach wild im Chor, dazu klingt die Band streckenweise wie Joanna Gruesome, wenn diese ihren Alternative-Rock-Freakout à la Sonic Youth am Ende ihrer Songs exerzieren, mit dem Unterschied, dass „Interrupt“ seinen Pop-Appeal einfach spielend in diesen Krach integriert. Die Songs kommen folglich nahezu gänzlich ohne zwischenzeitlich säuselnde Pop-Parts aus, wie sie beispielsweise bei The Pains Of Being Pure At Heart häufig einfließen. Wie so oft in dieser scheinbar überbesetzten musikalischen Schublade wird das Rad von Bleeding Rainbow nicht neu erfunden, aber „Interrupt“ weiß uneingeschränkt mitzureißen. Dazu trägt mit Sicherheit auch bei, dass das Verhältnis von Pop, Noise und Drive nahezu perfekt austariert ist.

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