Erste Assoziation? Für die Älteren unter uns: The Wonder Stuff, in einem anderen Jahrhundert bekannt für näselnde Spaßmusik und einen Song, der da hieß „The Size Of A Cow“. Sicherlich nicht so politisch, aber mit ihren Texten ähnlich kulleräugig verortet im Alltag, der so seltsame Blüten treibt, sind Modern Baseball mit ihrem zweiten Album und wie es so ist im Leben, können sie sich gegen das Erwachsenwerden nicht so ganz wehren. „You’re Gonna Miss It All“ ist von jeder Menge Wehmut und Sehnsucht nach den guten alten Tagen geprägt, wo alles noch leicht und flockig von der Hand ging. Tempowechsel wie in „The Old Gospel Choir“ zerren auch ein wenig am Herz, überhaupt spielen die vier Jungs aus Philadelphia durchaus geschickt und überzeugend auf der Klaviatur des Pop-Punk. Ihr Album macht Spaß, wie eine gute Party Spaß macht, auf der ein paar Drinks dafür Sorge tragen, dass der Einstieg nicht zu schwer fällt. Bei Modern Baseball sind es die „Woahoooah“-Choräle und Handclap-Momente, die Einigung herbeiführen. „Charlie Black“ ist hier ein Paradebeispiel, wie man das Rezept möglichst passgenau kocht, „Going To Bed Now“ und weitere Titel zeigen aber, dass sie mehr können, als nur dem lustigen Konsumpunk zu folgen. Musikalisch sind sie reifer als viele ähnliche Bands, streifen gelegentlich auch mal die Emo-Schublade oder stopfen ihre Socke fast neben Countryelemente. Liebliche Liebeslieder wie „Two Good Things“ machen die Reise perfekt und lassen einen zurück mit dem guten Gefühl, etwas wirklich Nettes von netten Jungs gehört zu haben – in der besten Bedeutung dieses Wortes.

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