CheatahsCheatahs
Das Leben ist hart in retromanen Reunion-Zeiten, wenn man selbst dem Genrekanon wenig Neues hinzuzufügen hat. Doch statt sturer Stilfixierung vereinen Bands wie das in London ansässige multinationale Quartett munter Soundausprägungen, wie man sie vor 20 Jahren zwar angetroffen hätte, aber nicht unbedingt auf der selben Platte: So stehen Phasenshifter-Shoegaze („IV“) und Lush-iger Dreampop bei „Mission Creep“ Seite an Seite mit „Kenworth“s bissigerem Noisepop à la Swervedriver oder auch Bailter Space, wenn nicht gerade in „Northern Exposure“ Dinosaur Jr. oder bei „The Swan“ fuzzige Teenage Fanclub anklopfen. Über schwächere Stücke wie „Get Tight“, die unter all dem Grunge-Crunch arg an denkwürdigen Riffs oder Hooks missen lassen, wäre sicher leichter hinwegzuhören, wenn sich Cheatahs auch mal nach außen hin in weniger erforschte Gebiete vorwagten, anstatt so viel Bewährtes zu vermengen. Mit den gelungenen Harmoniewendungen von „Cut The Grass“ oder „Geographic“ springt aus diesem durchwachsenen Debütalbum aber durchaus mehr als ein hörenswerter Song heraus.


