TemplesSun Structures
Mehr Zeitreise, mehr Vintage, mehr Retromania geht wahrscheinlich gar nicht, Temples klingen exakt wie durch ein Wurmloch in unser Jetzt gesaugt. Nichts, aber auch gar nichts weist auf eine Musikgeschichte nach „Sgt. Pepper“ oder „Eight Miles High“ hin. Die Welt der Engländer ist circa 1966 in Karbonit gegossen worden, selbst erste Zweifel, wie sie ’68 auftauchten und von den Stooges oder The Velvet Underground artikuliert wurden, liegen in einer utopisch fernen Zukunft. Sicher, solche Ansätze sind im UK gerade nicht selten. Alex Turner beispielsweise hat sich mit Miles Kane als The Last Shadow Puppets ebenfalls an dieser Zeit abgearbeitet, aber bei diesen hatte man doch zumindest beim Vortrag oder in den Topi der Texte das Gefühl einer postmodernen Abgeklärt- und Informiertheit, die Temples völlig abgeht. Selbst die ebenfalls zur neuen britischen Welle der Neo-Psychedelica zählenden TOY oder Younghusband klingen im Vergleich wie reinster Futurismus und über die amerikanischen Vertreter dieses Genres brauchen wir erst gar kein Wort zu verlieren. „Sun Structures“ wirkt eher wie eine Wiederaufführung, bei der die Auswahl der Mittel – Verstärker, Effektgeräte, Mikros, Gitarren, Orgeln etc.pp. (natürlich alles authentisch) – wesentlicher, wenn nicht wichtigster Bestandteil der Musik ist. Dieses Phänomen kann man auch im Metal beobachten, wo es einige Bands gibt, die so authentisch Hard Rock (circa Hochphase Deep Purple) sein und spielen wollen, wie es nur geht – teils gesteigert auf das Niveau eines Gesamtkunstwerks (Klang, Themen, Artwork, Aussehen). Nun ist das Album nicht durchweg misslungen, es geht super rein, macht streckenweise richtig Laune und auch die Vintage-Soundeffekte sind oft ein Ohrenschmaus. Dennoch ertappt man sich immer wieder beim Gedanken, dass hier eine Band aufspielt, um den Originalen mal zu zeigen, wie die es hätten richtig machen sollen.




Warum stehen bei manchen Rezensionen keine Referenzen mehr dabei?
Seit einer Weile veröffentlichen wir Kurzrezensionen, die zwar nicht so sehr in Hör- und Schreibarbeit auf AutorInnenseite, aber in Textlänge und Aufmachung etwas abgespeckt gegenüber den „großen“ Rezensionen sind. Das Veröffentlichen der Kurzrezensionen hat sich bislang kurzfristig flexibel bewährt, daher entfallen dafür neben einem Teasertext auf der Startseite die Referenzen, weil diese im Gegensatz zu leicht kopierbaren Daten wie Cover und Erscheinungstermin den meisten Arbeitsaufwand in der Aufmachung bereiten. Gerade für eher unbekannte Musik versuchen wir aber auch immer, unter dem Text Audio von Spotify, Bandcamp, Soundcloud oder anderen Diensten einzubinden.
Ein paar Referenzen dazuzuschreiben, wäre aber doch kein großer Zusatzaufwand, oder? Fänd ich insgesamt schon sinnvoll.
Das ist schon etwas, das nicht allen und nicht mit jedem Album leicht fällt. Und aus redaktioneller Sicht ist es halt ein relativ großer Mehraufwand, weil man dafür erst mal die Musik präsent haben muss. Redigieren und Formatieren geht im Vergleich dazu in Nullkommanix.
Zudem sind hier einige Referenzen im Text vorhanden:
The Beatles, The Byrds und mit den oben genannten Abstrichen Last Shadow Puppets, TOY, Younghusband.