LycusTempest

Diese Veröffentlichung aus dem letzten Jahr muss unbedingt noch gewürdigt werden, denn Lycus aus Oakland zelebrieren auf ihrem Debüt „Tempest“ ein feierliches Hochamt des (Funeral-)Doom. Schon ihre Demo von 2011 ließ Einiges erwarten, aber dass die Band eine solch grandiose Messe abfeiern würde, war dann doch nicht unbedingt zu erahnen. „Tempest“ setzt allem die schwarze Tiara auf: Fetteste Riffs, Grollen aus der tiefsten Gruft, außerweltliches Geheul, hymnischer Abgesang plus Melodien und Atmosphäre, nach denen die Apokalypse getrost über uns hereinbrechen kann – und das alles auf dem Fundament einer hoch präzisen, flexiblen Rhythmusgruppe. Allein schon der Titeltrack „Tempest“ zeigt im Verlauf seiner dramatischen zwanzig Minuten, an deren Ende wir von einem warmen Drone geläutert die Nichtigkeit unserer irdischen Existenz wieder aufnehmen können, vielen anderen Genrevertretern den langen Schnabel venezianischer Pestmasken.

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