Dum Dum GirlsToo True
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Label:
Sub Pop
VÖ:
31.01.2014
Referenzen:
Best Coast, Frankie Rose, The Pretenders, Cults, Sky Ferreira
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Autor: |
| Mark-Oliver Schröder |
Eigentlich kann man Dee Dee und ihrer Band Dum Dum Girls nichts vorwerfen. Jedes Album, jede EP war ein weiterer Schritt in Richtung Pop und wenn man ganz ehrlich ist, dann war diese Entwicklung schon unter rudimentärer Lo-Fi-Produktion auf dem 2010er Debüt „I Will Be“, wenn nicht völlig offensichtlich, so doch zumindest erahnbar. Nebenbei haben sich Dee Dee und ihre Bandkolleginnen in dieser Zeit zu so etwas wie Stilikonen für Frauen im 60er-inspirierten Indiepop entwickelt. „Too True“ ist nun das dritte vollwertige Album des Quartetts aus L.A.
Das Pretenders-hafte, das noch „Only In Dreams“ prägte, schlägt nicht mehr ganz so stark durch. Lediglich die Ballade „Are You Okay“ könnte noch offensichtlich für den „Die neue Crissie Hynde“-Preis nominiert werden. Vielmehr hat Dee Dee, vielleicht auch wegen eines zwischenzeitlichen Beinaheverlustes ihrer Stimme, einen Weg suchen müssen, wieder einen eigeneren Vortrag zu entwickeln. Das bekommt den Songs grundsätzlich gut, auch wenn ihr Gesang manchmal nicht so kräftig erscheint.
Die Musik von „Too True“ ist ein zweischneidiges Schwert. Der Weg von Dum Dum Girls geht zum Pop und der Weg dorthin führt über eine Verfeinerung des Sounds, über das Schleifen und Glätten von Ecken und Kanten zu einer Unterstreichung des Wohlklangs. Noise oder Feedback, für die wir sie einmal liebten sind als Grundstruktur oder Songgerüst völlig verschwunden, höchstens noch rudimentär zur Akzentuierung zugelassen oder erscheinen fein ziseliert wie in „Little Minx“. Der 80er-Jahre- Anteil tritt noch ein wenig mehr hervor, die Gitarren perlen stellenweise The-Edge-mäßig aus den Boxen, behalten allerdings ihren Morricone-Western-Twang-Touch und -Charme. Die Räume werden oft mit schwelgerischen, leicht unterkühlten New-Wave-Effekten oder Synthies nahezu verengt, was der Musik bei aller Transparenz Fülle und Dichte verleiht. Der Bass akzentuiert streckenweise die Strophe, beschränkt sich ansonsten auf das Nötigste und das Schlagzeug pluckert distanziert, zumeist unaufgeregt vor sich hin, wobei die beinahe immergleiche Hallfahne auf der Snare doch recht schnell Abnutzungserscheinungen zeigt.
Aber man kann Dum Dum Girls eben nichts vorwerfen, sie verfolgen mit festem Blick ihr Ziel: In einer besseren Welt – ohne Formatradio, das sowieso keine Abweichung vom geschmacklosen Einheitsbrei zulässt – den alle betörenden Hit zu liefern. Und in einer besseren Welt, oder in einer vergangenen, wäre ihnen das vielleicht schon gelungen.


