Darf man das, als sich ewig auf der Suche nach Neuem befindlicher Musikschreiber, eigentlich schreiben, oder muss man es sogar? Oft ist es tatsächlich so, dass scheinbar völlig redundante Platten den meisten Spaß machen und einen länger begleiten als der vermeintlich heißeste Scheiß, weil man das Dargebotene alles schon gehört, gesehen, gefühlt, gelebt hat. Big Ups aus New York haben mit „Eighteen Hours Of Static“ eine solche Platte eingespielt. Sie eröffnet mit einem ganz großen Pixies-Moment und tönt danach mit allem 80er-Punk oder Früh-Noise in der Tradition von Dischord, Touch & Go oder Alternative Tentacles weiter. Das machen sie dermaßen souverän, dass man auf einmal das Gefühl bekommt, so was so doch noch nicht gehört zu haben. Und seinen wir ehrlich, die Musik der alten Helden mag gut gealtert, streckenweise zeitlos geworden sein, viele Text sind es oft nicht. Dadurch kann man sich an Updates dieser Art, vor allem wenn sie in dieser Qualität vorgenommen und vorgetragen werden, immer wieder erfreuen. Zudem unterscheidet uns Musikjunkies noch etwas von „normalen“ Musikkonsumenten, die irgendwann einfach aufhören, sich für Musik zu interessieren und sehnsüchtig Jahr für Jahr nur noch auf das neue Album der Band XY warten, die sie schon in der Jugend toll fanden: Ein nicht zu stillender Hunger. „Eighteen Hours Of Static“ schafft es, diesen ein wenig zu besänftigen und wird wohl lange in meiner Plattentasche bleiben, bietet es doch viel zu viele tolle Songs, die es alle wert sind, immer und immer wieder gespielt zu werden.

Ein Kommentar zu “Big Ups – Eighteen Hours Of Static”

  1. Andiau sagt:

    Die Platte gefällt mir auch sehr gut! Danke für die tolle Kritik!

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