Seit dem Ende der innig geliebten und gefeierten walisischen Formation mclusky haben die Verbliebenen – Sänger und Gitarrist Andrew Falkous und Schlagzeuger Jack William Egglestone sowie wechselnde MitstreiterInnen an Bass und Gitarre – als Future Of The Left nun schon vier Alben aufgenommen.

In Zeiten ständiger Kompromissbereitschaft und schluffiger Indie-Attitüde wirkt ihr Agitprop-Post-Hardcore, der auf „How To Stop Your Brain In An Accident“ auch noch offensiv seine Nähe zu Math-Rock beziehungsweise zur Zackigkeit der Minutemen ausspielt, auf den ersten Blick anachronistisch. Andererseits scheint es heute geradezu unverzichtbar und wichtig, wenn die Feindbilder mal wieder beim Namen genannt werden: der reaktionäre Staat (vornehmlich seine Exekutivorgane), die (Musik-/Kultur-)Industrie, der Glauben, Sexismus etc. pp. Dabei klingt Falkous‘ Idiom immer mehr nach Jello Biafra, was sich natürlich bestens mit seinem aufrichtigen Zorn und Sarkasmus verträgt. Einfache Lösungsvorschläge, nach denen alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, haben Future Of The Left allerdings auch nicht im Programm.

Der Weg ist schon das halbe Ziel, denn ist der Feind erst einmal benannt, ist es einfacher ihn anzugehen und so legt man lieber den Finger in noch lange nicht verheilte Wunden. Dass das Quartett als Unterbau dieser Forderungen und Feststellungen politischer Ärgernisse die Songs metallisch verzerrt und kompromisslos hart à la Shellac erklingen lässt – auch wenn das eigentliche Tempo der Songs zumeist nicht übertrieben schnell ist – und so auch eine physisch fühlbare Aggression an den Tag legt, sollte nicht überraschen. Dadurch wird auch der eingeforderte Antizipationslevel fast immer im roten Bereich gehalten. Wenn die Band dann zuweilen eine „Erlösung“ in Form des kathartischen Ausbruchs schuldig bleibt, verstärkt das nur die Wirkung: Die Fäuste sollen in der Tasche bleiben und die aufgestaute Aggression sich später „an geeigneter Stelle“ entladen.

In wieweit eine solche Haltung noch zeitgemäß ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Sie erscheint allerdings in ihrer Kompromisslosigkeit durchaus befreiend, wo so viele andere nur über persönliche Befindlich- oder Belanglosigkeiten, die Erlebnisse oder Abgründe der letzten hedonistischen Abfahrt oder die Suche nach privatem Glück singen. Wer die seit dem Vorgängeralbum zum Quartett angewachsene Band schon einmal live erlebt hat, weiß ferner, dass Future Of The Left nicht nur begnadete Agitatoren, sondern zudem nicht zu unterschätzende Entertainer sind, die ihr Publikum mitzureißen verstehen.

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