TRAAMSGrin

„Grin“, das Debüt von TRAAMS, wirkt nach dem ersten Durchgang komplett aus der Zeit gefallen – als hätte es die gesamte „School of 2005“ um Franz Ferdinand, Bloc Party oder Arctic Monkeys nicht gegeben. Als wäre irgendwas mit Post-Punk oder Gang Of Four der heißeste Scheiß seit Menschengedenken, als wäre die Melange aus Kraut- und Collagerock die verrückte Idee, die sich noch keiner zu denken zu trauen gewagt hat, geschweige denn versucht, diese zu vertonen. Jetzt könnte man sich kopfschüttelnd abwenden und nicht einmal in Erwägung ziehen, TRAAMS ein wenig seiner kostbarsten Ressource – seiner Aufmerksamkeit und Lebenszeit – zu widmen, aber das wäre sicherlich ein Fehler. Zugegeben keiner, an dem die Welt zugrunde gehen oder sich spätere Lücken im Kanon einer sinnstiftenden Musiksozialisation auftun würden, aber der Cocktail, den TRAAMS uns verabreichen wirkt auf die Dauer wie ein Long Island Iced Tea. Der Geschmack stimmt und die Zusammensetzung macht die Wirkung. Und so wie ein Long Island Iced Tea zu überzeugen weiß, wenn man Cola mag, weiß auch „Grin“ zu überzeugen, wenn man seine Zutaten zu goutieren weiß. Als Referenzen kommen einem musikalisch öfter Clap Your Hands Say Yeah, woran der Gesang nicht ganz unschuldig ist, oder frühe Kasabian in den Sinn, allerdings nicht im MDMA-Rausch sondern im dichtesten THC-Nebel. Und wenn abschließend mit „Klaus“ auch noch in Klaus Dinger einem der ganz Großen gehuldigt wird, ertappe ich mich beim Drücken der Replay-Taste – um mich zu vergewissern, ob die lange Weile wirklich so kurzweilig und lecker war.

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