Es wäre naheliegend, dieses zweite proppevolle Album Justin Timberlakes anno 2013 bloß als Resteverwertung der Stücke anzusehen, die nicht gut genug für die retroaktiv zur „1 of 2“ erklärten (im Titel war damals noch kein Indiz eines zweiten Teils) „20/20 Experience“ waren – und verfehlt. Timberlake und sein kreativer Dazwischenredner/Produzent Timbaland weigern sich erneut, ihre luxuriösen R’n’B-Pop-Panoramen in würziger Kürze zu halten, als ob ein großes Album nicht anders vorstellbar wäre als eine langwierige Musikmasse. Doch wo leicht angetackert wirkende, mitunter aber auch zur heimlichen Hauptattraktion werdende Codas beim ersten Teil die Spiellängen streckten, bleiben die Songs diesmal größtenteils von Anfang bis Ende in der gleichen Groove-Spur. Für solch ein Dauerspulen sind sie, mit Ausnahme des hot-chippigen „True Blood“, zu laff und uninspiriert, so dass diese zweite „Erfahrung“ zu einer überaus zähen wird.

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