
Mit “Ursuline“ beginnt “Labyrinthes“ auf gewohnt drahtigen Sohlen. Hier ist wohl alles beim Alten geblieben. Ein frohmutiges Piano sorgt in der breakdurchzogenen Eröffnung des Albums für gewohnte frankophone Heiterkeit und mündet in einen The Mars Volta-Gedächtnis-Jampart, der dem Hörer zu Beginn eine neue Experimentierfreude vorgaukelt. Was mit “Porte Disparu“ und “Luna“ klaviergetragen um die Ecke wippt, ist allerdings nicht mehr als netter Pop, der den Fuß kurz mitschunkeln lässt, dann aber nicht länger zwingt.
Mit ihrem dritten Album zügeln die Kanadier deutlich das Tempo und nehmen ihrer Musik somit den Aspekt, der ihren Songs einen enormen Suchtfaktor verlieh. Weniger Hits, weniger frei nach vorne direkt aus dem Bauch heraus. “Laybrinthes“ mangelt es an den großen Melodien und sich selbst überholenden Arrangements, den Euphoriespritzen fürs Tanzgelenk, die es auf “ Trompe-l’œil“ so oft zu verschenken gab.
Erst bei “333“ und “Collemboles“ gelingt es dem Quintett wieder, ansatzweise mitzureißen, doch die limitierten Lichtblicke können das Album vor einem enttäuschenden Gesamteindruck nicht retten. Auch “Cristobald“ kommt mit seinem leichten progressiven Bombast als Schlusstrack etwas zu spät. Auf “Labyrinthes“ verlieren sich die Kanadier zu oft in einer neuen Mäßigkeit. Bleibt zu hoffen, dass sie für das nächste Werk zum Eingang zurück finden.
Label: Dare to Care
Spielzeit: 38:57
Referenzen: Islands, Mew, The Flaming Lips, The New Pornographers, Of Montréal
VÖ: 17.02.2009