BatukMúsica Da Terra

„Música Da Terra“ ist ein Rhythmusfest mit Tiefgang. Keiner der Songs auf Batuks großartigem Debütalbum stellt das anmutiger heraus als „Reya Congo“, das sich mal Clap-gewichtig, mal auf geschmeidigen House-Kick reduziert um galoppierend synkopierte Perkussion windet, bis zum Mittelpunkt eine ungemein coole Holzblas-Melodie die volle dramatische Intensität des Stücks freisetzt. Das südafrikanische Kollektik dahinter besteht im Kern aus Manteiga, Aero Manyelo und dem stets umtriebigen Spoek Mathambo, der hier auch gewissermaßen den elektronischeren Dance-Aspekt seiner Band Fantasma weiterverfolgt. Wie schon auf „Free Love“ bringt zudem Nandi Ndlovu auf der Hälfte der Stücke ihre elastische Stimme ein, doch anders als Fantasma suchen Batuk den weiter greifenden geographischen und ethnologischen Blick über ihre Heimat Südafrika hinaus auf den gesamten Kontinent. So bringt die mosambikische Grupo Zore traditionelle Wechselgesänge ins atmosphärische „Daniel“ oder der ugandische Rapper Features in „Última Movement“ und das Handtrommel-rollende „Força Força“. „Gira“ ruft mit gefassten Stimmen zur Abkehr von militärischen Konflikten auf, während das Reggaeton-hafte „Puta“ vom Erlebnis sexueller Belästigung auf den Straßen Berlins inspiriert ist. Den inhaltlichen Ernst begleiten stets perkussiv komplexe und doch elegant gleitende Afro-House-Beats, die auch mal in „Me Toque“ sinnlich, im warm-verträumten „Lavanda“ oder bei „Call Me Naughty“ unter scheppernden Hi-Hats und Verstolper-Snares die volle Dancefloor-Ekstase einfordern können, souverän lässig intoniert: „I like to party“.

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