NO ZUAfterlife

Gleichgewicht der Ströme: Je mehr sich Australien zur Brutstätte für geschniegelten Yuppie-Electro wie Flume und Chet Faker entwickelt, umso lebhafter strömen in den letzten Jahren auch schräge Dance-Gruppen aus heimischen Untergrund-Labels, die noch vor Kurzem überwiegend den Gitarren verschrieben waren. Auf seinem zweiten Album „Afterlife“ zelebriert das Melbourner Oktett NO ZU die kollektive Macht der Grooves und treibt dabei auf einer Wellenlänge von exzentrischer Analog-Disco à la Pollyester („Raw Vision“) zu polyrhythmischem New-Age-House („Body2body“) und Liquid-Liquid-Funk („Spirit Beat“) – wer „45:33“ für das insgeheim beste LCD-Soundsystem-Album hält, wird hieran sowieso Freude haben. Ohne Beschränkung auf ein einziges Rhythmus-Fundament bilden Handtrommeln das Bindeglied von elektronischem Beat zu Bass und Schlagzeug, überhaupt offeriert „Afterlife“ eine ungezwungene Einladung zum Einstimmen, der mal Blechbläser lebensfroh folgen, mal Maracas oder Trillerpfeife. Gehörig in Bewegung kommen soll man dazu freilich dennoch, wenn im trancehaften „Zeus Zam“ auch bald die Motivationsrufe zum Schwitzen erklingen oder „XXX (Outback Latex)“ eine BDSM-Party auf den Ruinen abgefackelter Großfestival-Bühnen abhält.

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