Kate BoyKate Boy EP

Gut Ding will Weile haben, aber wenn zweieinhalb Jahre nach der ersten Single noch kein Album zur Hand ist, kann das Besorgnis erregen. Dass Kate Boy mit einer gleichnamigen EP nun schon mal ihr bisheriges Schaffen kompakt zusammenfassen, lässt aber nicht zuletzt darauf hoffen, dass in der Zeit noch einiges an neuen Stücken für das hoffentlich bald anstehende Debüt entstanden ist. Bis dahin ruft „Higher“ schon mal deutlich in Erinnerung zurück, warum das schwedisch-australische Kollektiv solch ein Lichtgestalts-Potential besitzt: Den angespannt fokussierten und dennoch utopisch weiten Pop von „Northern Lights“ oder „The Way We Are“ fortsetzend sucht es eine Straße in die gesellschaftlich egalitäre Zukunft zu bauen („We’re different, still the same“, „Higher than myself“, „We are equal“), deren lichternen Höhepunkt nicht der um Begleitstimmen expandierte Refrain, sondern ein melodisierter Perkussionsaufbruch bildet. Überhaupt leben diese Songs von ihrer rhythmischen Gestalt, über bloße Antriebsdynamik hinausgehend stellt sie auch in der hölzern-metallen-gläsernen Klangpalette den Nährboden für Kate Boys industriell angehauchte Soundästhetik. Stimm- und Synthmodulation flimmern daran gekoppelt wie Blitzlichter durch „Self Control“, „Open Fire“ wird über nur wenigen verknarzten Basisnoten zum druckvollen Galopp mit energisch in die Höhe gedrückten Vocals und nach wolkigem Anfang tritt auch „In Your Eyes“ in diesen auftreibenden, fast schon martialisch strengen Groove, der dank der bemessen klaren Eigenproduktion so reibungslos vom Kopfhörer zur großen Bühne hochskalierbar ist.

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