Nidia MinajDanger EP

Allmählich breitet sich Lissabons Kuduro-Hybriden-Szene auf internationale Labels wie Warp und Lit City Trax aus, doch die nächste Generation auf dem lokalen Dreh- und Angelpunkt Principé steht schon in den Startlöchern. „Danger“ ist das Debüt der mittlerweile nach Bordeaux gezogenen Nidia Minaj, die ihren Labelkollegen in Sachen eigenwilliger Tanzkinetik nicht nachsteht. Anders als ein DJ Nigga Fox setzt sie aber nicht auf langfristige Hypnotik – dafür bleibt in durchschnittlich 142 Sekunden Tracklänge gar keine Zeit -, aber auch nicht die 0-auf-100-Frenetik eines DJ Marfox. Gerade wenn man sich in „Limite“s hallendes Marschtrommeln oder den Knarzsynth-Blasenbeat von „Mambos Fudiz“ eingefühlt zu haben glaubt, wirft Minaj perkussive Haken und psychedelische Querschläger aus unerwarteten Winkeln, zieht einem den Beat-Teppich unter den Füßen weg, ohne dass Tische und Stühle umfallen. Bei aller Befremdlichkeit bleibt selbst „Aidin“, das zwischen raren Stahlperkussions-Schlägen, krude melodischem Dräuen und tumultigen Snare-Fills permanent über die eigenen Füße zu stolpern droht, ebenso ungemein einladend wie das eröffnende „Afro“, das auch über halb so lange Spielzeit eine voll geformte Tiefenwirkung erreicht.

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