Part TimePDA

Trägt da wirklich jemand ein Superheldenkostüm mit Karl-der-Käfer-Kappe inklusive Fühlern auf dem Cover von Part Times zweitem Album? Ja, so ist es, wären wir in der Vorweihnachtszeit, wären eventuell Geweihe oder Weihnachtsmannmützen zu befürchten. Was anfänglich nett Richtung Verpeilung oder Kindergeburtstag verweist, kann im schlimmsten Fall Richtung Frohsinnterror kippen. Diese Untiefe umschifft das Musikprojekt von David Speck dann glücklicherweise doch: „PDA“ lässt milde Psychedelik, verspielte 80er, perlende Johnny-Marr-Gitarren und ebenso perlende Sounds erklingen, macht Ausflüge in Richtung Soft-Rock und manchmal klingen auch New Order der „The Perfect Kiss“-Phase oder Chromatics an („Night Drive“). Es poppt fluffig an allen Enden. Für manche vielleicht eine der Sommerplatten, für mich bleibt leider alles zu vage und nichts bleibt hängen. Musik wie eine weiße Tapete, nicht störend, aber auch ohne besondere Akzente. Obwohl, wenn man lange genug auf diese starrt, kann man auch sein blaues Wunder erleben und so verwundert es kaum, dass einzelne Songs in ihrer ausgestellten Langeweile schon wieder ziemliche Größe entwickeln.

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