KorelessYugen EP

Der walisische Produzent Lewis Roberts stellt sich seine EP als Tanzmusik für die ganz frühen Morgenstunden vor. In einem Interview sagte er, die Leute sollten dazu nicht tanzen, sondern gedankenverloren vor sich hingleiten. Dazu passend ist „Yugen“ die bisher in sich gekehrteste Veröffentlichung des 21-jährigen Roberts, der als Koreless seit 2009 mit diversen Singles, Kollaborationen und Remixen auf sich aufmerksam macht. Keiner der fünf Tracks wird von einem Beat angetrieben, Koreless konzentriert sich auf die Ausbreitung detailliert programmierter Synthie-Flächen und Loops. Darüber zerhackstückelt er Sprachsamples und Melodievorahnungen, die sich als Leitmotive durch „Yugen“ ziehen. Der Effekt ist vor allem in den ersten beiden, eng miteinander verbundenen Stücken „Ivana“ und „Sun“ atemberaubend: Koreless’ Ambient findet damit zu einer eigenständigen Künstlichkeit, die so mühelos und hypnotisch ist, dass sie den meisten Science-Fiction-Autoren unheimlich wäre. „Yugen“ allein wegen seiner 25-minütigen Spielzeit als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer „richtigen Platte“ wahrzunehmen, wäre indes ein Fehler. Es scheint eher so, dass Koreless im EP-Format bereits seine Idealplattform gefunden hat. 50 Minuten von dieser auf absolute Wesentlichkeit verdichteten Musik könnten schon wieder zu viel sein.

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