Plattenpanorama – neue Alben im Schnellcheck


Wir geben uns redlich Mühe, jede Woche die interessanten Werke auszusieben und euch mit vielen Rezensionen zu füttern. Auch versuchen wir jederzeit, über den Deckelrand der hiesigen Veröffentlichungen hinaus Augen und Ohren offen zu halten. So kommt es dazu, dass wir intern weit mehr Alben diskutieren als wir schlussendlich besprechen können.

Um euch zukünftig noch mehr Einschätzungen an die Hand zu reichen, führen wir hiermit die erste Ausgabe unseres Plattenpanoramas ein – ab jetzt regelmäßig bei uns im Programm. Und wie immer gilt: Ihr seid herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!

Bat For Lashes – The Haunted Man

Wer sich an Vorbildern wie Kate Bush und Björk abarbeitet, kann eigentlich nur verlieren. Insofern darf man Natasha Khan alias Bat For Lashes angesichts nunmehr drei gelungener Alben schonmal anerkennend auf die Schultern klopfen. Ein paar Songs mehr wie die famosen „All Your Gold” und „Marylin”, ein klein wenig mehr Konstanz und „The Haunted Man” wäre vielleicht ihr großer Wurf geworden. Aber auch so bleibt am Ende ein Album voll Kunstwillen, Eigensinn und kühler musikalischer Anmut. (Bastian Heider)

Label: Parlophone | VÖ: 19.10.2012

Converge – All We Love We Leave Behind

Auf ihrem härtesten Album seit „Jane Doe” werden Converge wieder allen Erwartungen gerecht. Jacob Bannon schreit sich mehr als nur die Seele aus dem Leib, die unstetigen wie unberechenbaren Songstrukturen tun ihr Übriges, geballte Aggressionen treffen auf überragendes Songwriting. (Felix Lammert-Siepmann)

Label: Epitaph | VÖ: 05.10.2012

Egyptian Hip Hop – Good Don’t Sleep

Zumindest kann man sich jetzt ungefähr vorstellen, was passierte, wenn halbnarkotisierte Battles sich mit schlaffen Vocals an Softrock und Dream Pop versuchen würden. Zwar zeigen die Briten vor allem zu Albumbeginn verheißungsvolle Momente, kommen aber mit einer schlechten Balance aus Überpräzision und vergesslicher Entspulung zu oft vom gelungenen Gesamtentwurf ab. (Uli Eulenbruch)

Label: R&S | VÖ: 19.10.2012

Mac DeMarco – 2

Ein-Mann-Bands wie DeMarco, die im Alleingang für Songwriting, Gesang, alle Instrumente und deren Aufnahme verantwortlich sind, laden bestenfalls dazu ein, es sich direkt im Kopf ihres Schaffers bequem zu machen. Das geschieht auf seinem Zweitwerk formidabel dank elegant-melodischen Gitarrenspiels, das ihn mit weniger exzentrischem Gesang näher an Malkmus oder Kurt Vile als wie zuvor Ariel Pink rückt, zeigt jedoch noch gewisse Brüche in weniger gelungenen Teilen seiner Arrangements. (Uli Eulenbruch)

Label: Captured Tracks | VÖ: 26.10.2012

Menomena – Moms

Menomena mit einem Konzeptalbum über Mütter: Die beiden zum Duo geschrumpften Multi-Instrumentalisten versetzen ihre progressiven Songaufbauten stets mit einprägsamen Melodien und frischen Ideen. Die Band hat ihren halben Ruhm nach „Friend And Foe“ bereits mit dem exzellenten „Mines“ überlebt und tut nun das Ihrige, vertrackte Songs zu schreiben, in denen die Grenzen von Schmalz zu Krach verschwimmen, teils garstige Texte von Damon-Albarn-Stimmen gesungen werden und Hits so versteckt sind wie „Don’t Mess With Latexas“ unter all dem Dreck. (Michael Schels & Sebastian Schreck)

Label: Barsuk | VÖ: 19.10.2012

Ringo Deathstarr– MauveNeues von Ringo Deathstarr. Ihr zweites Album „Mauve” steht in den Läden und bei genauerer Betrachtung muss man feststellen, dass die Band einen wichtigen Schritt weg vom puren Shoegazer-Epigonentum vollzieht. Klar, My Bloody Valentine und Co. bleiben konstante Bezugspunkte. Aber die Band steigert sowohl das Tempo als auch den Popfaktor, was der Musik merklich gut tut und den bloßen Déjà-vu-Effekt in den Hintergrund treten lässt. (Mark-Oliver Schröder)

Label: Club AC 30 | VÖ: 12.10.2012

Two Fingers – Stunt Rhythms
Diejenigen, die Two Fingers nur von der Kollaboration mit Sway kennen, werden von dem muskulösen Electro-Jungle auf „Stunt Rhythms“ vielleicht böse auf dem falschen Fuß erwischt: Denn wenn FlyLo auf „Until The Quiet Comes” klingt, als fliege er auf einem Riesenteppich über Los Angeles, ist das hier wohl eher sowas wie der fehl-ferngesteuerte Acid-Ritt auf der Felge über Bottrop-Welheims Straßenrisse. Aber, hey. (Pascal Weiß)

Label: Big Dada | VÖ: 05.10.2012

Young Smoke – Space Zone

Selten kommt ein Footwork-Werk aus Chicago, das so einer thematisch klaren Vision folgt wie „Space Zone“. Der Titel seines Debüts gibt den weiten Horizont vor, vor welchem der junge Produzent aufregende Spannungsräume zwischen kosmischen Synthflächen, der Soundpalette eines Sci-Fi-Flipperautomaten und elektrisierend synkopierten Perkussionsfeldern kreiert: Retrofuturismus im futuristischsten Beatgewand der Gegenwart. (Uli Eulenbruch)

Label: Planet Mu | VÖ: 05.10.2012

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