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Rezension: Cult Of Youth – Cult Of Youth

Rezension: Cult Of Youth - Cult Of YouthÜber das Label Sacred Bones und dessen eigenwilligen aber dennoch mehr als einnehmenden Katalog wurde hier ja schon berichtet. Grund genug, um der aktuellsten Veröffentlichung noch mal eine Sonderbeachtung zu schenken: Cult Of Youth.

Martialisch und voller Energie erscheinen Cult Of Youth auf der Tanzfläche. Fest im Griff der frühen 80er Jahre kombinieren sie munter waidwunde Streicherklänge zu Marschrhythmen, ohne dabei antiquiert oder rückständig zu klingen: Jugendkult als überbordendes Statement. Vor vier Jahren hatte die Gruppe um den Musiker Sean Ragon schon ein Album in feinstem Lo-Fi-Ton selbst veröffentlicht, danach noch EPs auf diversen Kleinstlabels und nun hat das selbstbetitelte zweite Album das Licht der Welt erblickt. Optisch dem sehr ansprechenden Design des Labels angepasst, präsentiert sich hier eine blausilbrige Landschaft, die einen mehr als vortrefflichen Gegensatz zur sehr dynamischen und nahezu aufpeitschenden Stimmung auf „Cult Of Youth“ bereit hält.

Beispielhaft sticht das an frühe New-Model-Army-Werke gemahnende „Cold Black Earth“ heraus. Die bis zum Zerreißen gespannten Saiten der überall prägnant positionierten Violinen versprechen hier eine Art Veitstanz und lassen Ragon kaum Zeit zum Luft holen. Ähnlich verhält es sich bei „Weary“, das mit seinem hüpfenden und stampfenden Charakter und den gestellten Querflöten auch gut auf „Thunder And Consolation“ Platz gefunden hätte. Es sind jedoch nicht nur die Streicher, von Christiana Key (die vor allem durch ihre Arrangements für Zola Jesus zu erwähnen ist) fabelhaft in Szene gesetzt, die das ganze Album zu einem intensiven Hörerlebnis werden lassen.

Es sind vielmehr die unglaublich vielen eingängigen Melodien, die Ragon in seiner harten, emotionslosen Art und Weise vorträgt und ihnen dennoch mehr Leben einhaucht, als es einem lieb wäre. Energisch und tollkühn, teilweise sogar harsch, wie es viele aus dem Neofolk und Post-Punk stammende artverwandte Bands wie Theatre Of Hate oder auch The Dancing Did vorgemacht haben, birst er durch den Opener „New West“, der neben dem siebenminütigen „The Lamb“ mit seiner hallenden Charakteristik sicherlich zu den Höhepunkten zählt. In Ersterem laden helle und schwebende Flötentöne zum Marsch durch die Natur, in Zweiterem eher zum manischen Tanz ums goldene Kalb.

Es sind jedoch keine Götzen, die die vierköpfige Band aus Brooklyn anbeten muss. Ihre in vielen Teilen eher motivierenden und aufrüttelnden Stücke mögen zwar textlich durchaus den einen oder anderen konspirativen oder mystischen Knick haben, von Weihrauch, Räucherstäbchen und schwarzem Muff ist aber kein Hauch zu spüren. Manchmal klingen Cult Of Youth gar wie ein positiver Gegenentwurf zu all den Schwarzmalern ähnlicher Klangausrichtung. Trotz kontroverser Lyrik wie in „Lace Up Your Boots“ oder lebendiger Neoromantik in „Lorelei“, bleibt doch ein gutes Gefühl zurück, dass sich nicht nur im Herz sondern auch durchaus auf dem Tanzboden ausbreiten darf.

Die feine Klinge zwischen Shanty und Folksong, zwischen polterndem Punk und melodieverliebtem Pop oder auch zwischen zornigem Schlagzeug und lieblicher Geige macht eben doch den Unterschied und lässt „Cult Of Youth“ zu einem mehr als unerwarteten Kandidaten für ein neues Lieblingsalbum werden.

Wertung: 76

Label: Sacred Bones

Referenzen: New Model Army, Theatre Of Hate, The Dancing Did, Zola Jesus, Titus Andronicus

Links: MySpace | Facebook | Label

VÖ: 25.02.2011


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Ein Kommentar zu “Rezension: Cult Of Youth – Cult Of Youth”

  1. Pascal Weiß sagt:

    Das passt gut, Vinyl ist gerade eingetroffen.

    Zola Jesus und Titus Andronicus nebeneinander bei den Referenzen, hey, das gibt es auch eher selten, würde ich mal behaupten.

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