Labelportrait: Amdiscs - Futures Reserve Label

Wohin man blickt: Nischen. Eifrig besetzt von Enthusiasten und Unverbesserlichen, von Traumtänzern und Idealisten. Rado und seine Freunde haben ihren Platz an einem Ort gefunden, der noch reichlich unbesetzte Nischen zur Verfügung hat: Prag. Mit Amdiscs hat der Labelbetreiber dort eine vielseitige Plattform geschaffen, die Musikern aus aller Welt ein Zuhause bietet. Die Protagonisten kommen vorwiegend aus den Vereinigten Staaten, aber auch aus Neuseeland, Portugal, Mexiko und natürlich Tschechien. Alle eint die unbändige Experimentierfreude.

Der Drang zum Neuen kommt nicht von ungefähr – bei Amdiscs dient die bildende Kunst nicht nur als distinktives Merkmal sondern gehört zu den festen Wurzeln der Unternehmung. „Das Label wurde ursprünglich als Ableger des Künstler- und Veranstalter-Kollektivs A.M.180 gegründet, ist aber irgendwann einfach im Sande verlaufen. Jetzt haben wir das Ganze wieder mit mehr Leidenschaft ins Leben gerufen“ erklärt Mitbetreiber Rado. Leidenschaft: Damit wäre man schon am Kern des Projektes. Denn so modern das Label in seiner netzorientierten Struktur auch ist, sein Ethos ist fest in der alten Schule verankert. Das Indie-Label als Familie und soziales Gefüge. Rado stimmt ein: „Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Platz für unsere Art von Kunst ist. Die Welt ist voller Illusionen, darum probieren wir ein Gefühl von Authentizität zu transportieren“.

Authentizität heißt in dem Fall auch, dass keinerlei Kompromisse eingegangen werden. Musikalische Anbiederungen sucht man hier vergeblich, vielmehr übt sich die Bande in Dekontextualisierung und Negation. Da wären zum Beispiel Chrome Wings aus Portland, die ihre anachronistische Elektronikklänge dermaßen in Hall baden, dass es einem ketamingeschwängerten Schnorcheltrip gleicht. Oder Joseph Zucco alias Teenage Reverb, dem es gelingt, auf jedem zweiten Song wie eine andere Band zu klingen. Von dicht gepressten Verzerrerorgien bis zu synthiegetragenem Eskapismus-Pop scheint das Ein-Mann-Projekt alles abzudecken. Die Witch-House-Fraktion wäre mit den großartigen Dream Boat vertreten, welche auch immer wieder für ein gutes Mixtape zu haben sind. Man könnte endlos über all diese Kleinode des Labels lamentieren, viel besser ist jedoch, man begibt sich selbst auf Entdeckungsreise.

Dream BoatYour Beaches

Geht man von der Nahaufnahme in die Totale, erscheint dieses lose Kollektiv kreativer Menschen noch weitaus umtriebiger als angenommen: Ausstellungen, Konzerte, ein Festival und eine eigene Galerie gehören genauso zum Programm wie die Musik. Von Black Dice bis Xiu Xiu haben die Jungs schon so ziemlich alles nach Prag geholt, was Rang und Namen im erweiterten Pitchfork-Kosmos hat. Bei der abschließenden Frage nach den Zukunftsplänen des Labels gibt sich Rado pragmatisch: “Wir werden weiterhin unsere Leidenschaft fördern und sie Gleichgesinnten zugänglich machen. Zur Zeit kommen wirklich eine Menge guter Sachen raus, die wir gerne mit euch teilen möchten.“

Chrome WingsBoppin Gophers

Teenage ReverbSave For Later

Links: Amdiscs // Amdiscs auf Soundcloud

Wohin man blickt Nischen. Eifrig besetzt von Enthusiasten und Unverbesserlichen, von Traumtänzern und Idealisten. Rado und seine Freunde haben ihren Platz an einem Ort gefunden, der noch reichlich unbesetzte Nischen zur Verfügung hat: Prag. Mit Amdiscs hat der Labelbetreiber dort eine vielseitige Plattform geschaffen, die Musikern aus aller Welt ein Zuhause bietet . Die Protagonisten kommen vorwiegend aus den Vereinigten Staaten, aber auch aus Neuseeland, Portugal, Mexiko und natürlich Tschechien. Allesamt eint die unbändige Experimentierfreude, die wohl der einzige gemeinsame Nenner in all der Stilvielfalt ist.

Der Drang zum Neuen kommt nicht von ungefähr – bei Amdiscs dient die bildende Kunst nicht nur als distinktives Merkmal sondern gehört zu den festen Wurzeln der Unternehmung. „Das Label wurde ursprünglich als Ableger des Künstler- und Veranstalter-Kollektivs A.M.180 gegründet, ist aber irgendwann einfach im Sande verlaufen. Jetzt haben wir das Ganze wieder mit mehr Leidenschaft ins Leben gerufen“ erklärt Mitbetreiber Rado. Leidenschaft: Damit wäre man schon am Kern des Projektes. Denn so modern das Label in seiner Netz orientierten Struktur auch ist, das Ethos ist fest in der alten Schule verankert. Das Indie-Label als Familie und soziales Gefüge. Rado stimmt ein:“Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Platz für unsere Art von Kunst ist. Die Welt ist voller Illusionen, darum probieren wir ein Gefühl von Authentizität zu transportieren“

Authentizität heißt in dem Fall auch, dass keinerlei Kompromisse eingegangen werden. Musikalische Anbiederungen sucht man hier vergeblich, viel mehr übt sich die Bande in Dekontextualisierung und Negation. Da wären zum Beispiel Chrome Wings aus Portland, die ihre anachronistische Elektronikklänge dermaßen in Hall baden, dass es einem Ketamin geschwängerten Schnorchel-Trip gleicht. Oder Joseph Zucco alias Teenage Reverb, dem es gelingt, auf jedem zweiten Song wie eine andere Band zu klingen. Von dicht gepressten Verzerrer-Orgien bis zu Synthie getragenen Eskapismus-Pop scheint das Ein-Mann-Projekt alles abzudecken. Die Witch House-Fraktion wäre mit den großartigen Dream Boat vertreten, welche auch immer wieder für einen gutes Mixtape zu haben sind. Man könnte Endlos über all diese Kleinode des Labels lamentieren, viel besser ist jedoch, man begibt sich selbst auf Entdeckungsreise.

Geht man von der Nahaufnahme in die Totale, scheint dieses lose Kollektiv kreativer Menschen noch weitaus umtriebiger als angenommen: Ausstellungen, Konzerte, ein Festival und eine eigene Galerie gehören genauso zum Programm, wie die Musik. Von Black Dice bis Xiu Xiu haben die Jungs schon so ziemlich alles nach Prag geholt, was Rang und Namen im erweiterten Pitchfork-Kosmos hat. Bei der abschließenden Frage nach den Zukunftsplänen des Labels gibt sich Rado pragmatisch:“Wir werden weiterhin unsere Leidenschaft fördern und gleichgesinnten zugänglich machen. Zurzeit kommen wirkliche eine Menge guter Sachen raus, die wir gerne mit euch teilen möchten.“

Boppin Gophers by CHROME WINGS

Save for Later by Teenage Reverb

Links:

Amdiscs //
Soundcloud

A.M. 180

2 Kommentare zu “Labelportrait: Amdiscs – Futures Reserve Label”

  1. Schöner Artikel. Ein paar der Künstler kannte ich schon, aber das größere Drumherum war mir bislang gar nicht bewusst gewesen.

  2. […] Yorker, der auch noch unter vielen anderen Namen veröffentlicht, frönt schon seit der ersten, auf AMDISCS erschienen EP „Cyanide Sisters“ diesem Klang, den man zeitlich nicht einzuordnen vermag. Auf […]

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum