We Love machen das Licht aus

We Love machen das Licht aus

Am Rande der Dunkelheit, kurz vor der Popmusik stellt sich dieses italienische Duo auf die Bühne. Und ohne Zweifel gehören sie auch da hin, obwohl ihren geradlinigen Elektronik-Songs durchaus auch Klubqualität anhaftet. Live haben sie sich einiges abgeschaut von der grandiosen Umsetzungstechnik von The Knife oder Fever Ray und werten ihre durchaus starken Songs auch noch visuell auf.

Aber noch mehr eint dieses Projekt mit den schwedischen Verwandten: Die verzerrte weibliche Stimme, die so verlangsamt wird, dass die Vermännlichung einer Entmenschlichung gleichkommt. „No Train, No Plane“ ist dafür das beste Beispiel. Zudem sorgt die durchweg melancholisch und herbstlich gehaltene Grundstimmung für angenehme Zurückhaltung und die eine oder andere gespenstische Düsternis. Das hier will überlegen sein und verzichtet dafür über weite Strecken auf stumpfes Four-To-The Floor (wie es z.B. bei  Crookers zu finden ist) und jegliche euphorischen Momente, nimmt man das unfreiwillig komische U-Boot-Sonar auf „Our Shapes“ einmal aus.


„Hide Me“ by We Love

Die Single „Hide Me“ ist eine ganz andere Größe, stapft mit eigenwilligem Holzklopf-Puls voran, stellt organische Punktierungen der eher kühlen und distanzierten Ästhetik gegenüber und sorgt so für eins der Highlights dieser durchweg gelungenen Debütplatte. Vielleicht mag der eine oder andere Hörer ein wenig mehr Wagemut einfordern, aber die gefühlsdehydrierte Aura und bisweilen magischen Stimmungen machen die recht standardisierten Beats und das wenig innovative Songwriting wett. Das hier ist ein Album für Elektronik-Einsteiger: Spannend, Vocal-lastig und konventionell genug, um nicht zu verstören – dabei bar jegliches anbiedernden Klangkleids. Dieses Werk hätten Röyksopp nur allzu gerne abgeliefert.

Links: We Love | Label BPitch Control

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum