11Ein angenehm lauer Frühlingsabend in einer für manchen sicherlich neuen Kulisse; Oberhausen war bisher nicht unbedingt bekannt dafür, Nabel der (Live-) Musikwelt zu sein und so kommt es, dass der Ausflug dorthin für den ein oder anderen eine echte Premiere darstellt. Aus gutem Grund: Mono stellen ihr fantastisches neues Albumvor und lassen sich endlich wieder im Ruhrgebiet blicken. Support sind heute Abend The Drift. Wenn Mono das Auge des Sturms sind, sind die Kalifornier mit ihrem jazzig angehauchten, unaufdringlichen Instrumental-Rock so etwas wie die trügerische Ruhe davor.

21Entsprechend groß sind die Erwartungen, als Mono die Bühne betreten. Schnell wird klar, dass die Musiker auch heute Abend ihrem Ruf als ganz besondere Liveband gerecht werden. Die stoische Ruhe und innere Abgewandtheit, mit der die vier zur Sache gehen, ist kaum in Worte zu fassen, allein Bassistin Tamaki sorgt durch ihr stetiges Hin- und Herwippen für positive Unruhe. Doch diese äußerlich routinierte Herangehensweise hat Methode, denn diametral hierzu steht eine vor Kraft strotzende Explosivität, die mit jedem Ton greifbar wird.

31All die Songs aus dem erhabenen „Hymn to the Immortal Wind“ büßen live nichts an Faszination ein. „Ashes in the Snow“ oder „The Battle to Heaven“ sind auch heute Abend Monumente, die den Zuschauer ob ihrer Wucht erschlagen und für immer unter sich begraben könnten. Der Star des Abends jedoch ist eindeutig „Yearning“ vom Vorgängeralbum „You Are There“. Der brutale Leise-Laut-Wechsel reißt das Publikum aus sämtlichen schwelgerischen Träumen vom unsterblichen Wind und bildet den Auftakt zu einer furiosen Schlusssequenz des Auftritts, der mit „Everlasting Light“ einen perfekt, weil rundherum harmonischen, Abschluss findet.

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