Big BoiLuscious left foot: The son of Chico Dusty |
|
Zerfallserscheinungen sind oft das Ergebnis, wenn ein Bandmitglied einen Soloausflug unternimmt. Nicht nur die Band betreffend, sondern auch die Qualität der Songs, die zuvor vom Zusammenspiel oder kreativen Wettkampf belebt wurden. Bei Big Bois „Sir Luscious Left Foot: The Son Of Chico Dusty“ liegt der Fall aber im doppelten Sinne anders. Zum einen ist die Platte nicht wirklich sein Solodebüt, bestand doch schon das Doppelalbum seiner Band Outkast „Speakerboxx/ The Love Below“ aus einer Scheibe mit den Songs seines Bandkollegen André 3000 und einer mit denen Big Bois. Zum anderen wischt sein neuer Output jeden Gedanken an Zerfallserscheinungen mit einem lässigen Schnipser beiseite. |
Janelle MonáeThe ArchAndroid |
|
Wir vermuten: P. Diddy hat zwischen Shopping-Touren, Fashion Shows und Restauranteröffnungen doch noch mal Zeit gefunden, sich mit Musik zu beschäftigen und einen Blick in den Backkatalog seiner Bad Boy Records zu werfen und entsetzt festgestellt, dass es jetzt doch mal allerhöchste Zeit wird, ein qualitativ hochwertiges Produkt zwischen all die R’n’B-Heulbojen, minderbegabten MCs und selbst zusammen gebauten MTV-Retortenbands zu schleusen, um den Fortbestand seines Labels weiterhin zu rechtfertigen, denn bis in alle Ewigkeit den alten Notorious-B.I.G.-Kram neu aufzulegen, kann’s ja nun auch nicht sein. Praktischerweise hat einer seiner Helfershelfer bereits eine gewisse, vielversprechende Dame namens Janelle Monáe im Zuge ihrer EP „Metropolis: Suite I (The Chase)“ unter Vertrag genommen. Möge die doch nun mal zeigen, was sie so auf Albumlänge zu bieten hat. Und das tut sie, veröffentlicht mit „The ArchAndroid“ vielleicht nicht ganz das ambitionierteste Debütalbum, das die Welt je gesehen, aber doch mindestens das ambitionierteste Debüt, das der R’n’B je gesehen hat. |



