PreoccupationsPreoccupations

Man sollte vielleicht nicht allzu viel Gewicht auf die Songtitel einer Band legen, die sich für ihr zweites Album umbenannte, weil sie ihre vorige Selbstbezeichnung unbedacht und ohne ein Bewusstsein für deren Bedeutung gewählt hatte. Dennoch: Mit dem beunruhigenden, unruhigen Post-Punk-Rock von Preoccupations deckt es sich nur zu gut, wenn „Degraded“, „Forbidden“ oder „Anxiety“ im Tracklisting suggerieren, was den Kanadiern in Kopf und Herz umherspukt. Den spröde verdichteten Klang seiner Stücke, die sich in ihrem Verlauf schlingenartig zusammenziehen können, hat das Quartett nicht verloren, doch deutlich mehr Freiraum für den Nachhall schärfer konturierter Instrumente geschaffen. Diese Weiterentwicklung im Sound vermag die Nervosität des von bleicher Gitarre geführten „Stimulation“ beeindruckend zu untermauern, wo feines Melodiespiel am Rand so bereichert wie die noisigen Kaskaden im eröffnenden „Anxiety“. Bei all den Verzerrspielen lassen nur die Drums gelegentlich an Ausdruckskraft missen, zusammen mit metropol leuchtenden Synths und Matt Flegels nasalen Vocals erinnern „Monotony“ oder „Degraded“ so gar an frühe Interpol. Am deutlichsten steht diese Ungereimtheit im elfminütigen „Memory“ heraus, das von störrischem Groove erst in von Dan Boeckner gesungenen Wavepop umkippt und dann ebenso disjunkt in Ambient. Was über die gleiche Spiellänge im letztjährigen, ähnlich mehrteiligen „Death“ organische Umschwünge aus der Gesamtdramatik ableitete, wirkt durch die Übergangsphasen zwischen den einzelnen Sequenzen hier kurioserweise mehr wie ein Flickenteppich.

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