Years & YearsCommunion

Um seine Hauptattraktion macht das britische Trio keinen Hehl. Die cherubische Stimme von Olly Alexander verleiht selbst Stücken wie „Without” eine besondere Persönlichkeit, wenn er ihr poröses Gewicht in Atemzüge und Silben legt, die eine bis dato flache Melodie erheben. So wird „Communion“ auch besonders interessant, wenn eine Dance-Produktion mit Effet wie „King” seinen Gesang zu Sprüngen und kreativen Wortdehnungen herausfordert oder sich „Eyes Shut” in aller Soul-Ruhe ausbreiten kann. Ganz kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Performance verschwendet ist an Songs wie „Boulder”, tatsächlich separiert von der Musik klingt er aber nicht. Auch rhythmisch sehr eng gewobene Songs wie „Gold” werden nicht von solch einem strengen Anschlag getrieben als 08/15-House-Pop und hängen damit im Orbit von Alexanders nicht nur geschmeidiger Textwahl. „I want desire, ‚cause your love only gets me abused”, singt er in „Desire”, „Do what you want tonight, it’s alright/ If you want to get used, you get used” in „Take Shelter“. Erotische Machtdynamiken und die Suche nach irdischer Geborgenheit werden in diesem Vocalschmelz eher behandelt als die bereits im Albumtitel angedeuteten sakralen Bilder – sie bereiten diesem mitunter flüchtigen Pop kostbare Momente der Greifbarkeit.

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