MarriagesSalome

Red Sparowes sorgten Mitte des vergangenen Jahrzehnts mit zwei Alben für ein kurzes, aber heftiges Beben im Post-Rock. Es folgte ein weiteres 2010, das ehrlich gesagt zu Recht übersehen wurde. Als Marriages machten sich einige Mitglieder schon kurz danach auf, die Quasi-Nachfolge der Band zu übernehmen. Das Debütalbum „Salome“ verfolgt vor allem dank Emma Ruth Rundle ein ganz anderes Muster. In den letzten aktiven Jahren von Red Sparowes nur an der Gitarre dabei, ist sie nun mit ihrem dominierendem Gesang  die Speerspitze eines fokussierten Sounds, der in seinem Inneren unaufhörlich wabert und brodelt.  Das Ergebnis sind behutsam geformte Songs, die mühelos zwischen Shoegaze und Gothic im Stile von „Disintegration“ im wahrsten Sinne des Wortes umherschweben. Die druckvollen, explosiven Momente müssen in dieser Konstellation ein ums andere Mal mit der Lupe gesucht werden, doch stellt sich diese Erwartungshaltung aufgrund der Vergangenheit der Bandmitglieder lediglich als Phantomschmerz heraus. Marriages fahren gut mit ihrer Strategie, sich auf vergleichbar unbearbeitetem Terrain zu versuchen. Auch wenn der wuchtige Titeltrack des Albums noch einmal so etwas wie einen wehmütigen Blick zurück darstellt, ist „Salome“ eine kolossale Befreiung von alten Fesseln.

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