LoneLadyHinterland

Ein abgelegenes Kieslager, das in regelmäßigem Takt allein von Lastern besucht wird, nie von zweibeiniger Laufkundschaft. Ein massiver Betonkringel, dessen Inneres eine Kläranlage beheimatet. Verlassene Backsteinbauten und Silos am Rande ebenso verwildernder Agrarfelder. Nicht das Menschenleben in der Kleingemeinde, sondern derartig unverkleidete, funktionale Architektur markiert die Art von Hinterland, aus dem Julie Campbell Inspiration für ihr zweites Album zieht. Ähnlich von langem Gebrauch in Mitleidenschaft gezogen wirken so manche der Maschinenbeats und synthetischen Klänge, mit denen LoneLady ihre Ruinenporträts in weichem Monochrom präzise konstruiert, leibhaftiger marode als im nervösen Postpunk-Minimalismus ihres Debütalbums wird auch die zuvor offbeat-staksige Gitarre zum bereichernden Textur-Rappeln. In der Erkundung des Hallraums findet LoneLady nicht nur Einsamkeit und Isolation, sondern in Songs wie dem herrlichen „Red Scrap“ oder „Groove It Out“ mit jeder Wiederholung griffigere Melodien, auch das weniger propulsiv loslegende Titelstück findet nach einer Weile in seinen Groove. Wenn das wie im Finale nicht gleichermaßen gelingt, kann das Warten darauf über durchschnittlich fünfminütige Stücke allerdings auch schon mal frustrieren.

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