PYRAMIDSA Northern Meadow
Dass es sich bei „A Northern Meadow“ von PYRAMIDS nicht um ein klassisches Metalalbum handelt, obwohl es beim Genremeister Profound Lore erschienen ist, macht schon das Coverbild klar. Denn welcher stolze Metalrecke würde sich schon freiwillig in die Ecke stellen und sich die Mähne strähnenweise, igelmäßig mit Gafferband an die Wand kleben lassen? Außerdem ist der Rücken völlig frei von Tinte, keine Tattoos weit und breit, was bei derartigem Konzertpublikum sonst eher die Ausnahme ist. Aber PYRAMIDS aus Denton, Texas haben sich schon immer ganz gekonnt zwischen sämtliche Stühle gesetzt und ihre ganz eigene Art von transzendentem Metal aus einer Genremelange geschaffen, die sich als nicht sofort ins Auge springend präsentiert. Wobei sich ihr Ansatz heutzutage vielleicht nicht mehr so ungewöhnlich anhört: Die Band vermengt Shoegaze-Kaskaden aus/und Metalriffs mit schluffigen Beats, der Dissonanz von Black Metal und oft einer Gesangsdarbietung, die an Thom Yorke gemahnt. Obwohl, Radiohead kommen einem auch atmosphärisch in den Sinn, wenn diese eben eine Metalsozialisation statt Grunge-Indierock-Kinderstube genossen hätten. Man kann sich auch in der Musik von PYRAMIDS treiben lassen und sich verlieren, aber anders als bei Radiohead kommt dabei nicht Wohlfühlesotherik heraus, sondern es lauert immer der abgründige Strudel.


