RAScandinavia
Frostiger Wind aus dem Norden: Nachdem Shiny Darkly aus Dänemark im vergangenen Jahr mit „Little Earth“ überzeugten, legen jetzt RA aus Malmö nach. Und das hat mit Schweden-Pop so wenig zu tun wie Morrissey mit dem neuen Double Cheeseburger. Das Quartett präsentiert nach einer EP, für die sich auch schon Trentemøller interessierte, nun ein ungestümes und leicht gruseliges Debütalbum. Schon der rasante Eröffnungssong „These Days“ drischt ungestüm los, „Be My Lover“ ist gelungen zackiger Postpunk, Stücke wie „In My Veins“ hingegen dehnen sich und lassen ein schleppendes Schlagzeug, zähe Riffs und besonders rauschende Amps vernehmen. Die Band ist konsequent: Das düster dichte Setting gönnt sich und dem Hörer kaum Ausnahmen aus diesem Klanggerüst. Auf der einen Seite klingt ihr Sound also bereits stilsicher und konturiert, was durch den stringent manierierten Schauerstimmung-Gesang noch zusätzlich verstärkt wird und für einen Hauch Gruftästhetik sorgt. Wobei: Gruselig kann es ja eigentlich erst werden, wenn noch ein wenig Unvorhersehbarkeit im Spiel ist. Diesbezüglich engt sich die Band jedoch zu sehr ein, wagt zu wenig Varianz und schafft so eher schwache Spannungsbögen und Kontraste. Was „Scandinavia“ noch fehlt, ist ein gewisser Mut zum Bruch. Wobei mit den Veröffentlichungen von Viet Cong und Title Fight die Messlatte in diesem Jahr auch besonders hoch liegt.


