The Body & ThouYou, Whom I Have Always Hated
Was für eine Paarung! Zwei der interessantesten Kapellen der letzten Zeit, Thou und The Body, veröffentlichen schon ihre zweite Kollaboration. Haben es Thou letztes Jahr mit „Heathen“ sogar bis in unsere Bestenliste geschafft – okay, meine zumindest -, hatten The Body mit „Christs, Redeemers“ immerhin einen veritablen Achtungserfolg. Hier nun prallen Industrial-Noise-Doom und DIY-Sludge aufeinander, obwohl: „aufeinanderprallen“ charakterisiert das Gehörte nicht im Geringsten. Eher verhält es sich so, dass beide Bands scheinbar blind interagieren, ihre Ansätze sich ineinander verzahnen, amalgamieren: die elektronische Verfremdung und Unterfütterung des manischen Rituals von The Body und der stoische Fluß der tonnenschweren Riffs von Thou, das traumatisch Schizoide und das alle Übel der Welt ausschreiend Herausfordernde. Das Ergebnis ist ein erster Höhepunkt in Sachen dunkelstgrauem, beinahe schwarzem Doom im laufenden Kalenderjahr, der mühelos dort anschließt, wo beide Bands zuletzt aufgehört haben. Gepaart mit sonischen Herausforderungen, kristallisieren sich bei eindringlicher Dichte aus diesem Sediment immer wieder neue Nuancen heraus. Dadurch gelingt es The Body & Thou, einen gemeinsamen Bastard ins Leben zu rufen, der beiläufig auch in ihrem bisherigen Schaffen – sogar als eigenständige Bands – ein Glanzstück an fordernder Eingängigkeit darstellt. Dass sie dabei in einem Genre, in dem Songs gerne die 10-Minuten-Marke knacken, schnell zur Essenz vorstoßen, sollte ebenfalls noch im positiven Sinne Erwähnung finden. Wer auf Vinyl verzichten kann, erhält zudem mit der CD-Version auf Thrill Jockey die erste gemeinsame Arbeit „Released From Love“, die es letztes Jahr nur auf Platte gab, als Bonus obendrauf, was in seiner Summe nahezu 50 Minuten feinster schwarzer Materie ergibt. Was will man mehr?


