The DistrictsA Flourish And A Spoil
Vor Erregung zitternde Walkmen-Gitarren, ein „Bad Reputation“-Stampfbeat und ein garagig verzerrter Gesang zwischen lautkehligem Hamilton Leithauser und Julian-Casablancas-Nöhlen – keine Frage, so klingt die nächste große amerikanische Rockband. Auf der Pennsylvania-Philadelphia-Achse angesiedelt haben The Districts zudem den Vorteil, in Spielreichweite von New York über das etwas andere Leben in der Kleinstadt berichten zu können, doch bodenständig bleiben sie auf ihrem Zweitwerk oft nur textlich. Anders als die Albumthematik, nach der jung Gedeihendes unvermeidlich wieder verdörrt, laufen viele Songs wie das polternde „Bold“ auf eine blühende Intensitätsklimax am Ende hin. Doch wo der besonders in den Drums wuchtig-bissige Sound durchweg imponiert, ist das Quartett in der Songkonstruktion weniger fortgeschritten, wenn Rob Growes auf Dauerschleife gebelltes „Hounds in my head“ so unbewegend gewollt auftaucht wie das hymnische Röhren beim vorherigen „Chlorine“ und die vielen Leise-Laut-Atemanhalter („Heavy Begs“ hat gleich ein halbes ermüdendes Dutzend davon). So sind es neben dem Weniger-ist-Mehr von „Urban Smell“ denn vor allem einzelne Momente, die hängenbleiben, wenn Growe impassionierte Zeilen durch gefletschte Zähne presst oder dieser eine, verdammt coole Gitarrensound losprescht. Sie in denkwürdige Songs zu setzen, daran können The Districts noch feilen – bis dahin klingen sie zumindest schon wie die nächste große amerikanische Rockband.


