RwakeXenoglossalgia: The Last Stage Of Awareness
Rwakes drittem Album für Relapse liegt angeblich eine fein oldschoolige 3D-Brille in Rot-Grün bei, damit einem das Artwork aus muschelartigen Spiralen besser um die Augen flimmert und der psychedelische Moment prächtiger zum Tragen kommt. Derweil betont die Band selbst, dass sie es leid gewesen sei, eine „normale“ Stonerformation unter vielen zu sein. Das mag man nach den ersten paar bekifften Minuten noch kaum glauben, aber im Verlauf der Aufnahmen zu „Xenoglossalgia: The Last Stage Of Awareness“ müssen sie Unmengen verkeimtes Wasser genossen haben. Resultat dieser Grenzerfahrung, bei der wohl in irgendeiner Form der Gehörnte anwesend gewesen sein muss, ist eine Raum und Zeit korrodierende, bösartig flirrende Teufelsbeschwörung, die im 45 Minuten langen Schlussakt „Calibos/So Fucking Tired“ – einer unerhörten Kakophonie aus Krach, Songfragmenten, Samples, anderweltigem Geraune, Beschwörungen und Geschreie – ihren kaum anhörbaren Höhepunkt findet. Ich bin immer wieder erstaunt, was Relapse so im Stall stehen hat und dass das Label trotz seiner Größe (oder gerade deswegen) anscheinend auf Verkaufszahlen pfeift. Hut ab dafür, „Xenoglossalgia: The Last Stage Of Awareness“ bleibt aber sicher nur der Soundtrack für ganz besondere Dämmerzustände.


