Close TalkerFlux

Indie-Rock aus Kanada ist heutzutage oft recht perfektionistisch. Das zweite Werk der heiß gedealten Newcomer-Band Close Talker macht da ebenfalls keine Ausnahme: „Flux“ versammelt zehn wohlskizzierte Indiepop-Stücke, die wenig dem Zufall überlassen. Das fängt an mit der euphorischen Single „Heads“, die mit ihrem leichtem Postpunk-Unterbau an Frightened Rabbit erinnert, und geht über smarten Pop mit Saxophoneinschüben und Drumcomputer („Blurring Days“) bis hin zu stark reduzierten Stücken. Generell presst das Quartett auf dieser Scheibe – für die es zum ersten Mal mit Jase Lasek einen bandexternen Produzenten verpflichtete –  potentiell exzessivere Elemente wie Sirenengitarren (etwa im Finale „Slow Weather“) und rasantere Trommelwirbel fast komplett in die Kulisse zurück, um den Fokus ganz auf die simplen, eingängigeren Melodieansätze zu richten. Das Konzept geht auf und wirkt wegen dieser Verstecktendenz auf Gesamtlänge mitunter sehr Shoegaze-orientiert. Simultan bedient sich die Band aber eines breiten Instrumentariums und bindet in ihr so sattes wie nebulöses Klanggerüst auch Streicherpassagen ein. Das geschieht etwa im melancholisch ausufernden „The Silence I“, auf dem die feinfühlige, aber stets konzentrierte Stimme von Gitarrist Will Quiring besonders schön zum Tragen kommt. Leider zünden jedoch nicht alle Kompositionen so unmittelbar wie die Single oder das ebenfalls recht eingängige „Take It Back“, sondern drohen, sich in ihrer eigenen, streng konturierten Struktur ein wenig zu verlaufen. Ein Hauch mehr Drive und Mut zum Kontrollverzicht hätte „Flux“ auf Gesamtlänge sicherlich nicht geschadet, auch wenn unüberhörbar ist, dass man es mit einer überaus ambitionierten Band zu tun hat.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum