PharmakonBestial Burden
„Bestial Burden“ geht durch Mark und Bein. Rastloses Atmen, hysterisches Husten und durchdringende Schreie ziehen sich neben aggressiven Noise-Versatzstücken wie ein roter Faden durch Margaret Chardiets zweites Album. All diese furchteinflößenden Elemente sind Zeugen einer schweren Krankheit, die sie vor den Aufnahmen zu einem schweren medizinischen Eingriff zwang und für drei Wochen ans Krankenhausbett fesselte. In einer guten halben Stunde werden Zustände von Ungewissheit über Verzweiflung bis hin zum totalen Blackout nachgezeichnet, die weit über das rein Persönliche und Körperliche hinaus gehen. Das kollabierende „Body Betrays Itself“ beispielsweise ist an erster Stelle augenscheinlich die harsche Vertonung eines Körpers, auf dessen Signale man sich nicht mehr verlassen kann. Dahinter steht aber auch überdeutlich der Anspruch, auf einer Metaebene das Physikalische als solches zerlegen und gegebenenfalls wieder errichten zu können. An dieser Stelle liegen Vergleiche mit den allerersten Versuchen der Swans, mit denen Chardiet passenderweise gerade auf Tour gewesen ist, nicht ganz fern. Die schaudernde Ästhetik von No Wave und Post-Punk, die bis aufs Letzte reduziert ist und dabei zu jeder Zeit schmerzhafte Stiche setzen kann, ist auch auf „Bestial Burden“ spürbar.


