HITSHikikomori

Das Schlagzeug marschiert drauflos wie eine Dampframme, die beiden Gitarren rocken stumpf drauflos, gniedeln mal hier mal da ein Solo, der Bass drückt und der Sänger trägt seine Texte, mit regelmäßigen Dopplern einer der Gitarristinnen, in einem Modus vor, der mit „deadpan“ recht gut beschrieben ist. Totale Langeweile? Nee, genau das Gegenteil! HITS aus Australien knallen kurz vor Jahresende die geilste Indie-Punk-Gitarrenplatte 2014 raus. Spätestens nach dem zweiten Durchgang grölt man Textpassagen mit und an Stillsitzen ist sowieso nicht mehr zu denken. Der Fünfer aus Brisbane schafft es mit „Hikikomori“ wie keine andere Gitarrenrockband dieses Jahr, meine Aufmerksamkeit und meine Lust auf ein Nochmal anzutriggern. Alles stimmt, einzig das Cover von Joy Divisions „Shadowplay“ irritiert beim ersten Mal, weil man sich dieses Lied erstmal als rockigen Abgehsong so gar nicht vorstellen kann – aber von Mal zu Mal fügt sich selbst dieses anfängliche „Manko“ als eine Stärke ins Gesamtbild ein. Die Band leistet sich nicht einen Ausfall, alles fließt perfekt und macht auch als Album genossen mehr als Sinn. Was eine Hammerscheibe! HITS treten fein in den Allerwertesten und machen Spaß ohne Ende. Ein Beweis mehr, dass man selbst in eigentlich ausgelutschten Genres noch einiges reißen kann, wenn die Attitüde stimmt. Einfach nur WOW!!! Und über das extrem tolle Covermotiv will ich hier gar keinen Ton verlieren.

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