Im Schlechtwettersound der US-Nordwest-Ecke könnten RVIVR mit eingängig-aufreizenden Riffs im Refrain, handballengedämpft zuckenden Sechssaitern in der Strophe und sprintenden Snarewirbeln für den Effet dazwischen schon verhältnismäßig als Pop-Punk durchgehen. Das Quartett aus Olympia legt aber auch auf seiner – zumindest digital rechtzeitig zur Europatour erschienenen – starken neuen EP derart Bassmuskel und ungedeckelte Spielwut an den Tag, dass ein „Goodbyes“ in seiner zweiten Hälfte dann auf einen Ausbruch glatt einen noch enormeren türmen kann. Auch der anfängliche Jangle von „In Waves“ bricht vor lauter Aufgewühltheit bald in Tollwut aus und wo „The Sound“ vom 90er-Gitarrenschwall und süßlich-wortlosen Falsetteinwurf her noch Weezer-Erinnerungspotential besitzt, setzt dem bald das gendergemischte Gesangsduo ein Ende, das auch noch bei den biestigsten Crescendos energisch gegenhält. Ein Rivers Cuomo hätte da schon längst die Flucht ergriffen.

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