The Fresh & OnlysHouse Of Spirits
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Label:
Mexican Summer
VÖ:
06.06.2014
Referenzen:
Jeffrey Lee Pierce, Dum Dum Girls, Ty Segall, The Gun Club, The Flying Burrito Brothers
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Autor: |
| Mark-Oliver Schröder |
Mit ihrer grandiosen Veröffentlichung „Play It Strange“ verstanden es The Fresh & Onlys 2010, viele Leute von ihren Vorzügen zu überzeugen. Sicherlich lag das auch daran, dass das Album perfekt in den seinerzeitigen Boom von atemberaubendem psychedelischem Lo-Fi-Garagerock (Thee Oh Sees, Ty Segall …) aus der Bay Area San Franciscos passte und wie selbstverständlich auf der Garage-Institution In The Red erschien. Dass es Tim Cohen und seiner Band aber nicht nur um transzendierenden Gitarrenlärm mit einer feisten Portion Wüste und Meskalin oder die Zugehörigkeit zu einer „lokalen“ Szene ging, bewies der Nachfolger „Long Slow Dance“.
Dort entschleunigte sich die Musik über weite Strecken und filterte die noisige Transzendenz mit 80er-Synthies, einer sauberen Produktion und dem vermehrten Einsatz der Akustischen fast gänzlich heraus. Das Ergebnis war kein schlechtes Album und für die Band sicherlich ein nachvollziehbarer Weg hin zu größerer Publikumsakzeptanz, allerdings auch mit durchaus irritierenden Effekten. Inzwischen sind wieder zwei Jahre vergangen und nun schickt die Band aus San Francisco „House Of Spirits“ ins Rennen.
Man könnte sich diesen drei Werken und ihrem Inhalt auch sehr schön über das Artwork nähern. „Play It Strange“ ziert eine gemalte Szene am nächtlichen Lagerfeuer, die maskentragenden Figuren, von denen eine auf der Gitarre spielt, wie durch einen drogeninduzierten Tunnel betrachtet, leicht expressiv verfremdet und klar. Es findet seine Äquivalenz in einem Album, das genau eine solche Stimmung transportiert: das Lagerfeuer und die Abfahrt auf Pilzen in der Wüste, wenn man Wasserfälle sieht und vom Sommer der Liebe fabuliert. „Long Slow Dance“ zeigt eine Makroaufnahme von einer weißen Blüte vor blauem Hintergrund, die in Verbindung mit dem Albumtitel Assoziationen an eine Tanzveranstaltung in einem abgehalfterten Lonely-Hearts-Club weckt. Auch das erscheint aus der Nachsicht durchaus schlüssig und erklärt vielleicht auch das Schwanken und Hin-und-Her der Band auf diesem Album.
Auf „House Of Spirits“ nun sehen wir einen Hahn, vielleicht einen Kampfhahn, der in einem Spiegelkabinett versucht, mit seinem Spiegelbild zu kämpfen. Auch das passt parfekt, stellt die dargebotene Musik doch einen Spagat zwischen den beiden Vorgängern her, als würde die Band mit den Dämonen, die sie rief, kämpfen. Zwar tritt die psychedelische Transzendenz noch weiter in den Hintergrund, aber die dominierende Atmosphäre ist mit „spooky“ recht gut beschrieben. Die Gitarren wehen wie Steppenläufer durch die Songs und die Geister emanieren sich in Problemen des Zwischenmenschlichen, bei denen man sich durchaus des Öfteren wie der Hahn im Spiegelkampf vorkommt. The Fresh & Onlys positionieren sich mit diesem Album neu und schaffen es, alte und neue Fans im Haus der Geister zu vereinen.


