Lykke Lis Musik mag an Exzentrik verloren haben, ihre Texte dafür aber auch an Holprigkeit. Für ihre Weiterentwicklung hat sich die Schwedin auf ihrem dritten Werk jedenfalls nicht am Chartserfolg orientiert: Statt eines ganzen Albums voller „I Follow Rivers“-mäßiger Remixe hat Li eher eines voller emotional düster getünchter „Sadness Is A Blessing“s kreiert. Doch wo aus jenem Song die Traurigkeit noch in hellen Schüben hinausdrang, ist „I Never Learn“ ein abgedichteter Hohlkörper, in dem jeder Schmerzenslaut innerlich reflektiert wird. Ob Pianissimo-Klaviertüpfelchen, moderates Gitarrensprenkeln oder fetzender Trommelschlag, alles ist in Halleffekten gebadet, ohne scharfen Stich oder trockenen Abstrich marinieren die Songs in Lis Selbstmitleid. Gerne taucht man darin einmal mit ab, aber selbst über seinen kurzen Verlauf mindert die klangliche Monochromie des Albums die Wirkung einzelner Songs – dem Meer aus Balladen hätten ein paar genauso schwermütige, aber lebhaftere Melodiewellen gut getan.

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