Brody DalleDiploid Love
Auch wenn die präzise thrashende Drum Machine, über der Brody Dalle die Songs ihres Solodebüts entwarf, für die Studioaufnahmen mitunter von Menschenhänden ersetzt wurde, ist „Diploid Love“ von klarer Strichführung geprägt. Oft sind die einzelnen Saitenanschläge zu hören, egal wie breit sich der Nachhall vor allem der Lead ausflänzt, die (meist ebenfalls von Dalle eingespielten) Rhythmusgitarren und Bässe sind so klar voneinander separiert, dass sie ebensowenig zur übermischten Rocksuppe verschmelzen wie die frontal positionierten Vocals oder gelegentlich aufflammenden Blechbläser. Wo nach einem rasanten Start bis zum gemäßigtem Tempo in der zweiten Albumhälfte – ganz zu schweigen von Piano- und Syntheinsätzen – vielen anderen schon mal vor lauter Variation der Fokus verschwimmt, erhebt Dalles Stimme die durchweg solide konstruierten und über Mariachi-Coda oder „Meet The Foetus / Oh The Joy“s Zweiteilung auch mal extravaganten Songs in stimmiger Albumnarrative, scheinbar endlos streckbar wie bei „Carry On“ und so unnachgiebig im balancierenden Falsett des fein begeigten „I Don’t Need Your Love” wie im wohlversierten FUIUD-Punk-Powermodus.


