Ava LunaElectric Balloon
Wie gelangt man vom nervös zuckenden Post-Punk früher Talking Heads zu warm pulsierendem Soul? Ava Luna aus New York machen’s vor, sowohl über den Gesamtverlauf des famosen „Electric Balloon“ wie auch innerhalb der Mikrokosmen einzelner Songs spinnt die New Yorker Artpop-Gruppe scheinbar verwirrte Fäden, die zu entknoten sich lohnt. „Plain Speech“ stakst noch so aufgekratzt los wie das eröffnende, no-wavig saxophonbekrähte „Daydream“, doch nachdem sich das leicht zerfetzte Schlagzeug zur Songmitte ausgetobt hat, segelt der nun ebenso gefasste Carlos Hernandez über den Stimmen seiner Co-Vokalistinnen Felicia Douglass und Becca Kauffman, dass man sich nicht wenig an neuere Dirty Projectors erinnert fühlt. Nach dem R’n’B-Glanzlicht „PRPL“ und „Hold U“ wendet sich die Albumdramaturgie aber wieder graduell zur Anspannung, wobei das Eigenleben von Ava Lunas zweitem Album auch unter zunehmendem Knarzen und im röhrenden Crescendo von „Judy“ von einem Groove zusammengehalten wird, der sich nur einmal in „Genesee“ völlig verirrt.


