Linda PerhacsThe Soul Of All Natural Things
Wie weit Linda Perhacs mit ihrem psychfolkigen Kultwerk „Parallelograms“ ihrer Zeit voraus war, zeigte sich nicht nur in der Begeisterung über dessen jüngste Wiederveröffentlichung. Auch ihr 44 Jahre später erscheinendes zweites Album wirkt nun zeitgemäß, wenn nicht gar wundervoll zeitlos, irgendwo zwischen naturverbundensten Goldfrapp, Simon & Garfunkel und Julia Holter, welche „Parallelograms“ nicht nur zu ihren maßgeblichen Einflüssen zählt, sondern auch selbst auf „The Soul of All Natural Things“ mitsingt. Das Klangbild von Perhacs‘ trügerisch leicht dahingleitenden Songs ist in sanft raunende Synths gebettet astraler geworden, mitunter sogar von Perkussion durchzogen, die jedoch nicht von Perhacs‘ fein gestrickten Melodieläufen ablenkt, höchstens mal in „Intensity” titelgemäß einen verdichteten Taumel bewirken. Dies ist offenherzige Musik von oberflächlicher Schönheit, die mit zahllosen Nuancen aber auch langfristige Faszination erwirkt.


