Dog BiteTranquilizers
Nach dem dreampoppigen letztjährigen Debüt nähert sich Phil Jones mit seinem Soloprojekt Dog Bite rückwärts durch die Zeit kurioserweise dem Frühwerk von Washed Out an, bevor jener von sattem Studioklang und einer Liveband Gebrauch machte – einer Band, in der Jones als Keyboarder agierte. Mit aufgeblasen-verwaschenen Sounds gelingt „Tranquilizers“ jedoch nur selten das Kunststück, vor lauter Trägheit auch emotional lebhaft zu wirken, am ehesten noch im jangligen „Wonder Dark“. Die Stücke sind wie ausgedehnte Intros zu Songs, die nie anfangen: In Ermangelung greifbarer Melodien und Dynamik driften sie von Segment zu Segment, ohne eine Präsenz zu manifestieren, andererseits fehlt es zur rein driftenden Vibe- und Mood(s)musik auch an Einfallsreichtum, Klarheit und Tiefe. Weder spannt Jones texturierte Flächen zum Bewundern auf, noch konstruiert er eine Mehrdimensioniertheit, in die man eintauchen könnte, so dass Stücke wie „Clarinets“ in ihrer technischen Impräzision und undurchdringlichen Dumpf- und Vermatschtheit eher lustlos und amateurhaft als kunstvoll verfremdet wirken.


