I Break HorsesChiaroscuro
Nach den grell-zerfaserten Texturen und blechernen Konservendrums des shoegazigen Debüts wartet das zweite Album von Maria Lindéns Synthpop-Projekt mit einer ungleich saubereren Architektur des Klanghalls auf: „Berceuse“s Bass schlägt lange Echowellen in die brodelnde Oberfläche, während sich in „You Burn“ klare Pianotöne konzentrisch um die Mitte ausbreiten. Über funkelnde Arpeggi in sauber inszeniertem Düstersound glänzt „Chiaroscuro“ vor allem in Momentaufnahmen, wie das intensive Glühklatschen von „Weigh True Words“ oder wenn sich im Vangelis-dimensionierten „Medicine Brush“ die harmonische Moll-Anspannung in der zweiten Refrainhälfte auflöst, als durch insgesamt denkwürdige Stücke. Dafür tragen es die Beats zu oft unentschlossen zwischen Stimmungspanorama und eingängigem Songformat, in dem Lindéns Stimme in der Gesamtfaser der Musik verschwindet, ohne dass sich eines davon voll entfalten kann.


