Damien JuradoBrothers And Sisters Of The Eternal Son
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Label:
Secretly Canadian
VÖ:
17.01.2014
Referenzen:
Jason Molina, J. Tillman, Phosphorescent, Bill Callahan, M. Ward
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Autor: |
| Laura Schaefer |
Damien Jurado schafft es wieder: Auch auf seinem mittlerweile elften Studioalbum „Brothers And Sisters Of The Eternal Son“ weiß er noch immer zu verzücken. Viel mehr als nur seine Musik und seine Texte verbinden die von Richard Swift (The Shins) produzierten Songs zu einem überragenden Album. Durchzogen von einem Hauch Spiritualität und Religion, bietet uns der Seattler eine Sphäre zum Verschwinden.
Auf zehn höchst unterschiedlichen und dennoch homogenen Stücken bedient sich der Singer/Songwriter unterschiedlichsten musikalischen Facetten. Zwar dauert diese Reise nur knapp 35 Minuten, jedoch kommt sie einem viel länger vor, denn man fühlt sich in eine andere Welt, oder nennen wir es Sphäre, hineinkatapultiert. Das soll nicht bedeuten, dass die Musik verklärt – vielmehr bildet sie ein Ganzes, ist fokussiert und irgendwie, naja, „spacig“. Da ist es auch schon gefallen, das entscheidende Wort. Space-Folk als Erweiterung von Jurados Repertoire? Ja, warum denn nicht. Schließlich hören sich einige Songs an wie aus einer anderen Epoche – aus der Vergangenheit, aus der Zukunft, verknüpft mit einer Geschichte, die genauso gut in die Gegenwart passt.
„It is a universe unto its own, with it’s own symbolism, creation myth, and liturgy. […] Damien is out of his goddamn mind.“ – Father John Misty/J. Tillman
Das vorangegangene und ebefalls von Swift produzierte „Maraqopa“ handelte von einer Person, die sich entscheidet, ihr Umfeld und ihre Identität zu verlassen, um einfach zu verschwinden. In einem Trailer zu der neuen Platte erklärt Jurado, dass „Brothers And Sisters Of The Eternal Son“ eine Fortsetzung davon sei. Es geht wieder um eine Person, die aber dieses Mal auf der Suche nach sich selbst verschwindet und nie wieder nach Hause kommt. Bewährte traurige Kost.
Dementsprechend sind einige Songs musikalisch minimalistisch aufgebaut, regen zum Nachdenken an – wie zum Beispiel „Silver Joy“, ein ruhig gesungenes Stück, das nur eine akustische Gitarre begleitet: „Lay Your Trouble On The Ground/ … Do Not Disturb Me/ Let Me Be/ …Eternity Begins”. Mehr Worten bedarf es an der Stelle nicht.
Viele Songs auf „Brothers And Sisters Of The Eternal Son“ haben einen sehr besinnlichen und spirituellen Klang – nahezu prädestiniert dafür, in einer Kirche vorgetragen zu werden. In „Silver Katherine“ beispielsweise wird Jurados Stimme von Gitarren, Streichern, Becken und einem Backgroundchor verstärkt. Dabei lässt die Instrumentauswahl im Verlauf des Albums eine enorme Klangvielfalt entstehen. Ob Orgel („Return To Maraqopa“), Glocken („Jericho Road“) oder einfach nur Hall (wie im wunderbaren Eröffnungsstück „Magic Number“), es steckt immer etwas leicht Sakrales, Erhabenes dahinter. Wie nun das Edelmetall „Silver“ in Kombination mit einem Vornamen in das Gesamtszenario passt, sei mal dahingestellt.
Langweilig wirkt „Brothers And Sisters Of The Eternal Son“ bei aller Klangkunst zu keiner Zeit. Mit dem längsten Stück„Silver Donna“ beweist Jurado, dass er auch anders kann: Schon zu Beginn leicht psychedelisch angehaucht, steigert sich der Sechs-Minuten-Song zu einem wahren Höhepunkt des Albums. Besonders hervorzuheben ist auch der Abschluss „Suns In Our Mind“, der durch das schnelle Tempo und den eingängigen Auftrieb Momente der Sorglosigkeit zulässt – das schelmische Augenzwinkern in Form eines eingebauten Schnarchers kann Jurado sich dabei dennoch nicht verkneifen.


