Musik ins Auge – Der Musikvideo-Roundup (März V)

Totgesagte leben länger: Nachdem lange Zeit nur gelegentlich ein Musikvideo auf den Seiten von Tidal debütierte, sind diese Woche mit Blood Orange, Maxwell und Guided By Voices gleich drei etablierte Namen eine Weile nur auf der kostenpflichtigen Plattformzu sehen.

Diese Rubrik bleibt aber bis auf Weiteres bei öffentlich frei verfügbaren Clips wie Jamie Hewletts, der es tatsächlich geschafft hat, den ebenfalls für tot erklärten Trend von 360°-Videos plötzlich wieder aufregend erscheinen zu lassen. Wieviel mehr die spukige Misch-Animation dem betrachtenden Auge bietet und wie unterhaltend sie Blicke lenkt, merkt man beim Betrachten der 2D-Fertigversion, die ohne freie Kontrolle der Kamera überaus steif und einengend ist. Könnte man sich glatt eine VR-Brille für basteln wollen.

Dapo Fagbenle alias DAPS etabliert in seinen Arbeiten für Migos währenddessen weiter seine distinkte Ästhetik und schafft ein noch stilvolleres Rockvideo als Kyle Thrash, der sich aber ohnehin mehr um die Folgeerscheinungen eines Kellerkonzerts kümmert. Außerdem fabriziert David Helman eine Explosion mit langer Zündschnur, Jonah Hill eine bitterhumorige Sitcom und Yoni Lappin Pärchen-Intimitäten rund um die Tanzprobe.

Migos – What The Price

Regie: DAPS

 

Gorillaz – Saturnz Barz (Spirit House)

Regie: Jamie Hewlett

 

Mura Masa & Charli XCX – 1 Night

Regie: Yoni Lappin

 

The Menzingers – After The Party

Regie: Kyle Thrash

 

Danny Brown – Ain’t It Funny

Regie: Jonah Hill

 

Michael Kiwanuka – Cold Little Heart

Regie: David Helman

 

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